Gicht Reptilien
von Dr. Ursula Halla 19. April 2021
Gicht ist eine unheilbare Erkrankung von Reptilien, die als Haustiere gehalten werden. Haltungsfehler sind die Ursache. Gesundheitsvorsoge in Form von Blutuntersuchung und Haltungsberatung sind notwendig, um diese Reptilienkrankheit zu verhindern.

Willkommen zurück liebe Schildkröte!

Demnächst dürfen wir uns wieder auf unsere gepanzerten Begleiter freuen:

der Frühling kommt, die Temperaturen steigen, die Tage werden länger und die Schildkröten erwachen aus der Winterstarre.

Wenn wir alles richtig gemacht haben, die Tiere im Herbst zum Winterschlafcheck gesund waren, die Temperaturen während der Überwinterung konstant tief und das Substrat ausreichend feucht war, werden wir schnell muntere Reptilien vorfinden, die kaum Gewicht verloren haben. Sie dürfen auch gleich in ihr Gehege, sollten aber noch im Frühbeet/Gewächshaus eine Wärmelampe zugeschaltet bekommen, um ihren Stoffwechsel richtig auf Touren zu bringen.


Wärme wichtig für den Stoffwechsel

Essentiell für die Reptilien ist die externe Wärme, also die Wärme von Außen. Es handelt sich bei dieser Tierordnung um Kaltblüter, oder im Fachjargon ektotherme (ekto=außen, therm=Wärme) Tiere.

Ein genialer Schachzug der Evolution und der Anpassung an karge Lebensräume mit wenig energiehaltigem Futter, weil die Tiere keine Energie benötigen, um ihr inneres Kraftwerk anzuschmeißen. Wir Säugetiere müssen enorm viel Essen, damit wir unsere Körpertemperatur auf 37 Grad Celsius halten. Die Reptilien müssen nur in die Sonne kriechen und können sich von ihr aufwärmen lassen und so den Stoffwechsel ankurbeln.

Das macht sie natürlich auch abhängig von Sonneneinstrahlung und Sonnenwärme. Darum kommen in den arktischen Regionen und kalten gemäßigten Zonen keine Reptilien vor, in den äqautorealen Regionen aber dafür umso zahl- und artenreicher.

Die bei uns meist gehaltenen Europäischen Landschildkröten, die wir artgemäßerweise in die Winterruhe bringen, benötigen also dringend eine Wärmequelle (vergleicht doch nur mal die Temperaturen in deren Herkunftsregionen zB Griechenland und bei uns in Mitteleuropa). Dies vor allem im Frühling, da die Sonne bei uns noch nicht die Intensität hat, die die Schildkröten für ihren reibungslos funktionierenden Stoffwechsel benötigen.



Probleme nach dem Winterschlaf

Natürlich kann es auch jetzt zu gesundheitlichen Problemen kommen, bei denen zügig ein Tierarzt hinzugezogen werden sollte.

  • Austrocknung: Wenn die Tiere zu viel Gewicht verloren haben, sind sie ausgetrocknet. Dann schadet es auf jeden Fall nicht sie mal in lauwarmes Wasser zu setzen. Natürlich nur so 1-2 cm tiefes Wasser, je nach Größe. So können sie ausgiebig trinken und auch über die Haut ihren Flüssigkeitshaushalt regulieren.
  • Unterzucker: Manchmal passiert es, dass die Schildkröten nicht anfangen zu Fressen. Das liegt meist daran, dass sie Unterzucker im Blut haben. Um wieder in die Gänge zu kommen, braucht es eine Infusion mit Zucker vom Tierarzt.
  • Einblutung/Sepsis: Der Bauchpanzer sollte auch in der Zeit des Aufwachens regelmäßig kontrolliert werden. Kommt es zu Einblutungen/roten Flecken ist sofort ein Tierarzt aufzusuchen.



Das artgerechte Gehege


Meist geht aber ja erfreulicherweise alles gut und unsere Schildkröten erkunden munter wieder ihr Frühbeet und Gehege. Was ihr ihnen dort alles Gutes tun könnt und wie ihr eine artgerechte Schildkrötenhaltung schafft, könnt ihr im neuen kostenlosen Ratgeber Achtung, Schildkröte! aus dem Kleintierverlag nachlesen. Dieser Verlag hält auch noch weitere interessante Bücher rund um das Thema Landschildkröten bereit.